Wohl in den letzten Jahren eines der beliebtesten Gewerbe ist das Nebengewerbe, welches die nebenberufliche Selbstständigkeit – neben der normalen hauptberuflichen Beschäftigung – ermöglicht. Bei der Gewerbeanmeldung muss angekreuzt werden, ob die angemeldete Tätigkeit vorerst im Nebenerwerb betrieben wird. So einfach ist das Nebengewerbe anzumelden. Doch leider entscheidet nicht nur dieses Kreuzchen alleine darüber, ob Du haupt- oder nebenberufliche selbstständig bist. Doch dazu später, denn zuerst möchte ich die Vorteile des Nebengewerbes noch etwas erörtern, die gerade für einen neu angehenden Blogger, der vielleicht damit sein Gehalt etwas aufbessern möchte, doch recht interessant sein könnten.
Das Nebengewerbe ermöglicht es Dir, Dich langsam an Deine Geschäftsidee und die vielleicht damit verbundene spätere hauptberufliche Selbstständigkeit heranzutasten. Wenn Du Dich nebenberuflich selbstständig machst, gehst Du damit weitaus geringere finanzielle Risiken ein, da Du Deine hauptberufliche Tätigkeit weiter ausübst und so natürlich auch das monatliche Gehalt daraus beziehst. So kannst Du in der Praxis ausprobieren, ob Dein Business überhaupt funktioniert, wie es sich entwickelt und wirst mit der Zeit sehen, ob ein Wechsel in die hauptberufliche Selbstständigkeit aus wirtschaftlicher Sicht überhaupt sinnvoll ist.
Dagegen ist der Start von 0 in die hauptberufliche Selbstständigkeit eher mit einem Sprung ins kalte Wasser zu vergleichen. Wer das noch nie mitgemacht hat kennt auch nicht die damit verbundenen Existenzängste, durch die vor allem in den ersten Monaten bis Jahren gegangen wird. Mit der Zeit wird natürlich jeder etwas ruhiger, doch glaubt mir aus meiner Erfahrung, solche Existenzängste können teilweise ganz schön fürchterlich sein, einem die Nächte und die Nerven rauben.
Natürlich ist es auch möglich generell nebenberuflich selbstständig zu bleiben. Vielleicht stellst Du ja fest, dass Deine Geschäftsidee zwar gut, aber doch nicht gut genug ist und somit einfach nur ein schönes finanzielles Zubrot darstellt. Nichts eignet sich dafür besser als das Nebengewerbe.
Auch nicht jeder Mensch ist für die Selbstständigkeit geboren. Dem ein oder anderen liegt es vielleicht gar nicht, sein eigener Chef zu sein, für alles selbst verantwortlich und zuständig zu sein. Viele träumen von der Selbstständigkeit und stellen sich darunter ein lockeres Leben mit viel Geld und Freizeit, vielleicht sogar dem Cocktail in der Hand am Pool vor. Schön wär’s wenn’s so wäre…! Denn selbstständig sein ist meist gleichbedeutend mit selbst und ständig arbeiten, wenig Freizeit, fast kein Urlaub, denn das heißt Verdienstausfall, den sich die wenigsten mal locker flockig aus dem Ärmel schüttelnd leisten können.

nebenberuflich selbstständig machen hat viele Vorteile
Es gibt keine bessere Methode um ausprobieren, ob einem die Selbstständigkeit überhaupt liegt, als das Ganze erst einmal mit einem Nebengewerbe zu probieren. Wenn es nichts für Dich ist, oder das Vorhaben vielleicht sogar in die Hose geht, all das ist weitaus weniger schlimm für den, der da noch einer hauptberuflichen Tätigkeit nachgeht. Sicher schmerzt es, wenn der Traum wie eine Seifenblase zerplatzt, aber Du steht dann zumindest nicht so ganz ohne alles auf dem Arbeitsamt und kannst zusehen, wie Du auf die Schnelle mal wieder was für Deinen Lebensunterhalt tun kannst.
Wer meine Worte hier so liest wird denken – die schwärmt ja schon fast davon, die hat mit Sicherheit auch ein Nebengewerbe oder startete als nebenberuflich Selbstständige. Nein, bei mir war das damals vor 5 Jahren nicht der Fall. Ich bin sprichwörtlich ins kalte Wasser gesprungen – oder eher in das lauwarme, mit der damals noch populären Ich AG. Aber das nur am Rande. Wenn ich aber vor der Wahl stünde, meinen sicheren Job über Bord zu werfen und als Selbstständige mit einer Idee ins kalte Wasser zu springen, oder mich mit einem Nebengewerbe nebenberuflich selbstständig zu machen, ich würde definitiv das Nebengewerbe wählen. So kann ich nur jedem raten, gerade in der heutigen Zeit in der die Jobs nicht auf der Straße liegen, lieber einen solchen Weg auf Nummer sicher zu gehen, als gleich alle Zelte hinter sich abzubrechen.
Somit wären wir auch schon fließend bei der Voraussetzung für das Nebengewerbe angekommen. Nebenberuflich selbstständig sein kann nur jemand der, wie das Wort „neben“ schon vermuten lässt, einem hauptberuflichen Beschäftigungsverhältnis nachgeht. Doch leider reicht in den meisten Fällen dieses Kriterium Hauptberuf, das ja ganz schön dehnbar sein kann, alleine nicht aus. Schlussendlich entscheidet die Krankenkasse darüber, ob ein Nebengewerbe nicht doch als hauptberufliche Selbstständigkeit gilt. Klingt ganz schön abgefahren, was? Du fragst Dich nun sicher, was die Krankenkasse damit am Hut hat.
Ziemlich viel, denn die Krankenkasse möchte ja Beiträge von Dir kassieren. Und da Du mit Deinem Nebengewerbe bereits über Dein hauptberufliches Beschäftigungsverhältnis Beiträge zur Sozialversicherung zahlst, sieht sie über das Nebengewerbe keine bis nur wenige Kröten von Dir. Für Deine Einstufung interessiert die Krankenkasse das Gesamtbild Deiner Verhältnisse. Und wenn Du beispielsweise mit Deinem Nebengewerbe so richtig gut absahnst, oder wenn Du z.B. zwei Minijobber beschäftigst, kann es durchaus passieren, dass sie Dich als hauptberuflich selbstständig einstufen. Den sichersten Weg für das Nebengewerbe fährt der, dessen Hauptberuf zeitlich (mindestens 18 Stunden pro Woche) wie auch finanziell (mindestens ca. 1.300 Euro) den Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeiten darstellt.
Ansonsten gilt für das Nebengewerbe das gleiche, wie für die hauptberufliche Selbstständigkeit. Du erwirbst eine Pflichtmitgliedschaft bei der Kammer (IHK oder HWK), musst Dich um die Buchführung und den Jahresabschluss kümmern (in der Regel mit der Einnahmen-Überschussrechnung) und kannst Dich für die Kleinunternehmerregelung entscheiden und Dich dadurch von der Umsatzsteuerpflicht befreien lassen. Wie alle anderen Selbstständigen musst Du auch mit Deinem Nebengewerbe, wenn Du die Freibeträge überschreitest, Einkommenssteuern und Gewerbesteuern berappen. Bezüglich der Beiträge zur Sozialversicherung gibt es beim Nebengewerbe weniger zu befürchten, da Du diese ja bereits über Deine hauptberufliche Tätigkeit bezahlst. Kritisch wird es nur bei der Krankenkasse. Denn fährst Du Gewinne über Dein Nebengewerbe ein, werden diese in der Regel zu Deinem Gehalt addiert und Du musst die eventuelle Beitragsdifferenz berappen, bzw. für die Zukunft höhere Beiträge zahlen.
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